Übersetzungsprogramme – nur zum Lachen?

Dass man mit einem Übersetzungsprogramm niemals eine richtig schöne Übersetzung „hinbekommt“, ist für mich keine Frage.

Dazu hier ein wunderbares Beispiel aus der Bedienungsanleitung meiner Soundkarte

2. Wenn die System entdeckt die tüchtig Karte, bitte erlesen abbrechen zu unterbinden die Entdeckung Vorgang.

3. Beifügung die Autofahrer KOMPAKTE SCHEIBE hinein KOMPAKTE SCHEIBE -ROM und die Auto – verkehren Einbau wählen boxen Wille anmuten. (oder auch blättern die KOMPAKTE SCHEIBE -ROM Inhalte und doppel einrasten fort autorun.exe)

Der Rest dieser Bedienungsanleitung ist in vollkommen normalem technischem Deutsch verfasst und ich vermute, dass hierfür die Dienste eines Übersetzers aus Fleisch und Blut in Anspruch genommen wurden, während diese Seite vergessen wurde.

Zum De-Kodieren können solche Übersetzungsprogramm sehr hilfreich sein, aber ansonsten empfehle ich Menschen statt Maschinen;-)

Die Birkenbihl-Methode: nur durch Hören

Vielleicht sind Sie ein Mensch, der lieber hört als liest, oder der viel mit dem Auto unterwegs ist, so wie ich, oder der eine Leseschwäche hat oder nicht richtig lesen kann?

Mir ist an mir aufgefallen, dass ich den ersten Schritt viel lieber rein auditiv mache, nämlich indem ich der gesprochenen De-Kodierung mal aufmerksam und mal nebenbei zuhöre. Das geht wunderbar im Auto oder in der Bahn und ist daher nebenbei und ohne Zeitaufwand möglich.

Bei den älteren Birkenbihl-Kursen gab es zu diesem Zweck immer Kassetten, auf denen die Originalsprecher die de-kodierte Version mit dem typischen Akzent aufgesprochen hatten.

Inzwischen gibt es vier auditive Birkenbihl-Kurse (Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch). Sie wurden ursprünglich für Blinde produziert und sind daher zusätzlich zum normalen MP3-Format auch als DAISY-CD (was das ist?) zu benutzen. Die nötige Software dazu gibt es hier.

Wenn man mit eigenen Materialien oder anderen Sprachen arbeitet, kann man sich die De-Kodierung auch von einem Helfer mit möglichst viel Akzent auf den MP3-Player sprechen lassen, wenn dieser Helfer meine Zielsprache als Muttersprache hat und einen starken Akzent im Deutschen besitzt. Sonst empfehle ich eher die normale Vorgehensweise.

Man arbeitet nun auf folgende Weise mit der Aufnahme (eine ausführlichere Anleitung gibt es hier):

1.Schritt:

die Pseudo-Deutsche (also die de-kodierte) Fassung anhören und sich die Handung bildlich vorstellen. Achtung, es darf über die komischen Formulierungen gelacht werden;-), denn dadurch prägt man sich die anders aufgebauten Sätze in der neuen Sprache besser ein.

2. Schritt: Hören/Aktiv

um die in Schritt 1 gemachten Bilder mit den fremdsprachlichen Wörter zu verknüpfen, nun die Originalfassung in der Zielsprache anhören und immer wieder zwischen der Pseudo-deutschen- und der Originalfassung hin und her wechseln.

Dafür eignet sich übrigens hervorragend das Intervall-Lernen über das ich schon berichtet habe.

Woran man merkt, dass es genug ist: wenn man den fremdsprachigen Text anhört und sich dabei langweilt, oder wenn man gar nicht mehr merkt, dass man in der Zielsprache hört.

Dann geht es weiter mit dem dritten Schritt der Birkenbihl-Methode.

Die Birkenbihl-Methode: zweiter Schritt

2. Schritt Hören/Aktiv:
Klang und Bedeutung der Wörter verbinden

Jetzt nimmt man sich die De-Kodierung vor und liest sie Wort-für-Wort mit, während man die langsam gesprochene Version anhört. Versuchen Sie, wirklich nur die deutschen Wörter zu lesen und die Originalsprache nicht zu beachten. Wenn das nicht klappt, geht es auch so, dauert aber etwas länger, weil man nicht so recht bei der Sache ist.

Während des Hören bitte wieder den Film oder die Bilder vor dem inneren Auge abspielen.
Wer damit Schwierigkeiten hat, kann nach jedem Satz die Stopp-Taste drücken und sich diesen vorstellen. Beim wiederholten Hören geht das Visualisieren dann immer besser und schließlich laufen die Bilder parallel zum Ton, eben wie bei einem Kinofilm.

Beim gleichzeitigen Hören der fremden Wörter und Mitlesen der De-Kodierung lernt das Gehirn die Bedeutung der fremdsprachigen Vokabeln automatisch mit. Sie brauchen also nicht zu versuchen, jede Vokabel behalten zu wollen.
Diese Lern-Methode funktioniert anders als das Lernen in der Schule.

Wenn Ihnen der Text schon etwas vertrauter ist, können Sie beginnen, sich beim Zuhören auch den Klang der Fremdsprache einzuprägen.

Am Wichtigsten ist bei diesem Schritt, dass Sie sich Zeit lassen!!!

Das ist hier erfahrungsgemäß am Schwierigsten, weil man endlich wissen will, ob das Sprachenlernen denn auch wirklich mit dieser Methode funktioniert. Ich kenne das von mir, aber ich kann Sie warnen, wenn Sie zu schnell weitermachen, klappt es leider nicht so gut!

Mit dem nächsten Schritt darf man erst beginnen, wenn man den fremdsprachigen Text anhören kann und ihn komplett versteht, weil man ja den Film vor dem inneren Auge sieht. Das ist ein magischer Augenblick, weil man sich plötzlich unsicher ist, ob man überhaupt einer fremden Sprache lauscht, oder nicht doch der eigenen.Also genießen Sie diesen Moment.

Für die Perfektionisten unter Ihnen:
Es geht hier nicht darum, den Text bereits simultan-dolmetschen zu können!

Ein untrügliches Zeichen dafür, dass man endlich weitermachen darf ist, wenn man sich ersthaft zu langweilen beginnt, weil man alles versteht und die Sprecher so entsetzlich langsam sprechen.

Weiter gehts mit Schritt 3

Die Birkenbihl-Methode: erster Schritt

1. Schritt De-kodieren:
Bedeutung der Wörter im Zusammenhang verstehen

Hierzu den Text abtippen oder vergrößert kopieren, damit genügend Platz zum Schreiben entsteht.

Danach de-kodiert man diesen Text, das bedeutet, ihn interlinear, Wort-für-Wort zu übersetzen, ohne Rücksicht auf eine gute Übersetzung wie man sie in der Schule schreiben sollte.

Dahinter steckt, dass man durch diese eigenartige Übersetzung mehr über die Sprachstruktur, Grammatik und auch die Kultur des Landes, in dem die Sprache gesprochen wird lernt, als man für möglich hält und das ganze auch noch nebenher mit Entdecker-Freude und viel Gelächter, weil die De-Kodierung oft sehr komisch klingt.

Anfänger bitten einen Muttersprachler oder jemanden, der die Sprache bereits sprechen kann um Hilfe.

Etwas Fortgeschrittene und Wieder-Einsteiger arbeiten im Team, was ganz besonders viel Spaß macht, weil zwei Personen selten die gleichen Lücken haben und man daher in der Gruppe schon ohne fremde Hilfe sehr weit kommt.

Einzelkämpfer können natürlich auch allein mit einem Wörterbuch und/oder dem Internet de-kodieren, oder man arbeitet wieder als Team, indem jedes Mitglied eine Lektion des Buches de-kodiert und den anderen zur Verfügung stellt.

Dann liest man sich diesen pseudo-deutschen Text durch und versucht, zu verstehen worum es darin geht.
Bei sehr fremdartigen Sprachen kann man alles zusätzlich in gutes Deutsch übersetzen, weil es wichtig ist, den Sinn zu verstehen.

Am allerwichtigsten ist in diesem ersten Schritt, sich die Szene möglichst genau vorzustellen.
Ganz gleich, ob als innerer Action-Film oder lieber mit Bildern oder als Schauspiel mit bekannten Personen als Darsteller, wenn man die Szene visualisiert,  ist der zweite Lernschritt damit ebenfalls schon halb geschafft .

Weiter geht es mit dem zweiten Schritt.