mit Sprachtechnologie gegen die Sprachgrenzen Europas

Die Forscher der Organisation META-NET (Multilingual Europe Technology Alliance) untersuchten in der Studie „Europe’s Languages in the Digital Age“, wie zukunftssicher die europäischen Sprachen im digitalen Zeitalter sind und welchen Einfluss die immer stärker genutzte Sprachtechnologie darauf hat.

Sprachtechnologie unterstützt uns schon heute bei alltäglichen Aufgaben, beispielsweise dem Schreiben von Emails oder dem Buchen von Flügen. Ohne uns dessen bewusst zu sein, profitieren wir von Sprachtechnologie, wenn wir Webseiten suchen oder übersetzen, die Rechtschreib- oder Grammatikkontrolle einer Textverarbeitung benutzen, den Bordcomputer im Auto oder unser Smartphone mit Sprachbefehlen steuern, in einem Online-Shop Empfehlungen bekommen oder den gesprochenen Anweisungen eines Navigationssystems folgen. (Quelle: META-NET)

das Fazit:
mindestens 21 der 30 untersuchten europäische Sprachen sind vom digitalen Aussterben bedroht, darunter Sprachen mit vergleichsweise wenigen Sprechern, wie beispielsweise Baskisch, Bulgarisch und Katalanisch

Interessant ist, dass die Experten eher zu geringe finanzielle Ressourcen für die Forschung, sowie fehlende klare Forschungs- und Technologievisionen als typische Ursachen für die Bedrohung dieser Sprachen sehen und nicht die absolute Sprecherzahl – ein Grund der sonst häufig herhalten muss.
Für alle [untersuchten] Sprachen sähen [die Forscher] beträchtliche Defizite in der technologischen Unterstützung sowie signifikante Forschungslücken. Diese Studie solle hier den Anfang machen und durch ihre Ergebnisse die Wirksamkeit künftiger Forschung maximieren.

Die Vision der Forscher ist es, den Informationsfluss unserer Informationsgesellschaft durch den Einsatz immer ausgefeilter Sprachtechnologie zu verbessern und dabei trotzdem die Mehrsprachigkeit Europas zu erhalten. Denn Sprachtechnologie erlaube es [den] Menschen, zusammen zu lernen, zusammen zu arbeiten und Wissen über Sprachgrenzen hinweg zu teilen […].

Dass in der Sprachtechnologie außerdem ein großes Wachstumspotential steckt, wird auch durch die stetig wachsende Anzahl der Nutzer des Übersetzungsdienstes Google Translate oder des mobilen Assistenten Siri (iPhone) von Apple deutlich.

Die Pressemitteilung zur Studie gibt es (in allen 30 untersuchten Sprachen!) auf dieser Seite, die Weißbücher/white papers zu den einzelnen Sprachen gibt es zum kostenlosen Download hier und eine tabellarische Übersicht mit den Studienergebnissen ist hier zu finden.