Gastbeitrag Dr. Werner Stangl – Lerntipps „besser lernen“

Auf den Webseiten http://www.lerntipp.at findet sich Auswahl an effektiven Lerntipps, die auf lernpsychologisch abgesichertem Wissen beruhen. Die hier versammelten Lerntipps für schulisches (http://schule.lerntipp.at/) und studentisches Lernen (http://studium.lerntipp.at/) gelten auch für das Lernen von Erwachsenen, wobei sie im Sinne eines Lernsystems oder Lernprogramms für einen individuellen Einstieg in die Verbesserung der eigenen Lerntechnik genutzt werden können.

Eine Seite richtet sich auch an Eltern (http://eltern.lerntipp.at/), wobei hier zahlreiche Hinweise gegeben werden, wie sie ihre Kinder unterstützen können.

Es wird empfohlen, diese Lerntipps nach eigenen Prioritäten zu reihen und nacheinander geplant in der täglichen Praxis zu erproben und zu erarbeiten. Diese Lerntipps vermitteln vor allem das immer wichtiger werdende “Lernen lernen” bzw. der “Lernen des Lernens”, das Schüler und Schülerinnen ermöglicht, später im Leben selbständig ihr Wissen zu erweitern.

Die Lerntipps sind frei zugänglich und stammen von Dr. Werner Stangl, der an der Johannes Kepler Universität Linz Psychologie und Pädagogik lehrte, und von DDI Benjamin Stangl, der diese Lerntipps während seiner Schulzeit und während seiner Studien an der Technischen Universität Wien erprobte.

Einige Lerntipps gibt es auch übersetzt auf englisch http://study-skills.lerntipp.at und spanisch http://schule.lerntipp.at/spanisch/ (hier absatzweise parallel nebeneinander!)

Ein ganz wichtiger Tipp vorweg:
Versuche nicht gleich das ganze Lernen umzukrempeln, sondern probiere nur einen oder zwei unserer Lerntipps über einen längeren Zeitraum hin aus!

Dr. Werner Stangl


Danke & Verwendungstipps

Herzlichen Dank für diesen Beitrag und die tollen Lerntipps an Herrn Dr. Stangl und DDI Benjamin Stangl.
Ihre Artikel sind sind sehr wichtig für Schüler, Studenten, Eltern, Lehrer, Lehrende und Menschen, die lebenslang lernen wollen oder müssen.

Besonders interessant war für mich selbst der Artikel “Mach Werbung aus deinen Fehlern”, da ich zur Zeit Hochchinesisch lerne und es in dieser Sprache viel Potential gibt, Fehler zu machen.


Wie man die Lerntipps nutzen kann

  • selbst ausprobieren (wie Dr. Werner Stangl oben schreibt)
  • weitersagen (Freunden, Verwandten, Arbeitskollegen …)
  • als Arbeitsmaterial für Spanisch-, Englisch- und Deutschlerner
  • als Unterrichtsmaterial (z.B. im DaF-Bereich, im Fremdsprachenunterricht in Schule oder Universität)
  • als Lerntipp-Sammlung für Lern-AGs an Schulen und Nachhilfeschulen

Viel Freude am & beim Weiterlernen wünscht

Eure Theresa

Chinesisch – Pinyin-Tabelle zum Anhören

Seit wir in Taiwan leben, sind wir umgeben von (hoch-)chinesischen, taiwanischen und Hakka-Lauten. Im Fernsehen laufen japanische, koreanische, amerikanische, kantonesische, chinesische und französische Filme und mit anderen „Langnasen“ unterhalten wir uns auf Englisch oder Deutsch und manchmal auch auf Schwedisch. Das ist manchmal etwas verwirrend:

Sprachverwirrung (credit: http://www.jado-uebersetzungen.de)

Viele Taiwaner sprechen eine chinesische Sprache und zusätzlich Hochchinesisch, so dass ich mich fürs Hochchinesische entschieden habe und seit einigen Wochen Unterricht bei einer deutschsprachigen Chinesischlehrerin nehmen.

Da die traditionellen Schriftzeichen (Langzeichen), die man in Taiwan benutzt, noch komplizierter sind, als die vereinfachten Zeichen (Kurzzeichen) der Volksrepublik China, haben wir für die ersten Stunden die offizielle lateinische Umschrift „Hanyu Pinyin“ benutzt.
Pinyin vereinfacht das Lernen erheblich, hat aber den Nachteil, dass man zu Beginn lernen muss, wie diese Buchstaben ausgesprochen werden. Das ist für Deutschsprachige nicht immer ganz logisch, besonders bei den den Lautkombinationen zh, ch und sh.


Hierzu gibt es eine wunderbare Hilfe von „Yabla“:
eine sprechende Pinyin-Tabelle in der man fast alle möglichen Pinyin-Silben finden kann. Jede dieser Silben ist einzeln anklickbar und man dabei wählen, welchen der vier Tönen man sich vorsprechen lassen möchte.

Ich benutze diese Tabelle täglich, weil sie mir geduldig auch beim 1000. Mal die gewünschte Silbe in der gleichen, korrekten Tonhöhe vorspricht.

Wenn ihr noch weitere Seiten oder Tools zum Chinesischlernen kennt, schreibt bitte einen Kommentar.

Vielen Dank & Xiè xie!
Eure Theresa

Update: Märchen in mehreren Sprachen – Sprachen mit Paralleltexten lernen

Wenn man beim Sprachenlernen nach der Birkenbihl-Methode vorgeht, merkt man schnell, dass es nicht so viele de-kodierte Sprachkurse auf dem Markt gibt und dass das De-Kodieren sehr viel Zeit kostet, wenn man es selbst übernimmt.

Vera F. Birkenbihl empfahl dem fortgeschrittenen Sprachenlerner, beim Lesen von fremdsprachigen Büchern nur jeweils die ersten Seiten zu de-kodieren und beim Weiterlesen nur noch unbekannte Wörter oder interessante Phrasen.

wenn man schneller de-kodieren möchte
Das De-Kodieren der ersten Seiten wird viel einfacher und richtig interessant, wenn man einen Paralleltext zum Nachschlagen benutzt, statt eines Wörterbuchs.

wenn man Vorkenntnisse hat
Wenn einem die neue Sprache nicht so fremd ist,

  • weil man bereits Vorkenntnisse besitzt, z. B. wenn man bereits eine ähnliche Sprache gelernt hat oder
  • wenn man die ersten Lektionen eines Sprachkurses bereits bearbeitet hat oder
  • wenn man sich beim Sprachenlernen nicht entmutigen lässt, wenn man unbekannten Wörtern begegnet,

empfehle ich, mit Paralleltexten weiterzulernen.

http://www.polyglotnerd.com/blog/2014/08/11/how-to-improve-reading-in-a-foreign-language-part-2-parallelbilingual-texts/ via: http://www.polyglotnerd.com

 

was man braucht

  • einen fertigen Paralleltext in zwei Sprachen (Quellen s. u.)
  • ein möglichst interessantes oder noch besser spannendes Buch/Ebook in zwei Versionen:
    a) einmal in einer Sprache, die man sehr gut lesen kann und
    b) einmal in der Fremdsprache/Zielsprache, die man lernen/auffrischen möchte.

Ich empfehle besonders Krimis und Thriller fürs Sprachenlernen, da man hier unbedingt bis zum Ende weiterlesen will und das Buch nicht in der Ecke liegenlässt.

Ablauf
1. den Anfang der Geschichte in der Sprache lesen, die man gut versteht, bis es so richtig spannend wird
2. dieses Buch weglegen (auch wenn’s schwerfällt ;))
3. das Buch in der Zielsprache nehmen und
4. in der Zielsprache weiterlesen.

bitte nicht frustrieren lassen!
Je nachdem, ob man schon Vorkenntnisse in einer verwandten Sprache hat oder nicht, ob einem die neue Fremdsprache also anfangs sehr fremd erscheint, desto einfacher oder schwieriger fühlt sich das Lesen in dieser Sprache an. Das gibt sich aber im Laufe der nächsten Seiten.

Beispiel aus meinem Leben:
wenn man schon etwas Englisch und Deutsch kann, ist Schwedisch vergleichsweise „leicht“ zu lernen, wenn man dagegen sehr gut Englisch und Deutsch kann und: Chinesisch lernen will, steht man vor einer großen Herausforderung …

was die Arbeit mit Paralleltexten bringt
Durch dieses Lesen in der neuen Sprache erwirbt man in kurzer Zeit einen großen passiven Wortschatz und ein sehr gutes Leseverständnis. Diese Grundkenntnisse sollte man – wenn man die Sprache nicht nur zum Lesen kennen will – durch Sprechen, Übungen, Spiele oder Sprachunterricht aktivieren.

Außerdem kann man das Lesen in der Zielsprache nach den ersten anstrengenden Seiten genießen, weil man nicht jedes unbekannte Wort im Wörterbuch nachschlagen muss.

Unser Gehirn lernt beim Lesen nebenher viel über den Aufbau der neuen Sprache, über die Grammatik, über die Satzstellung und über Unterschiede zwischen bereits gelernten Sprachen und der Zielsprache.

Tipp
falls es keine „eingebaute“ Möglichkeit gibt, sich zwei Sprachen als Paralleltext anzeigen zu lassen, kann man sich die Märchen z.B. in verschiedenen Tabs oder Fenstern seines Browsers, die man nebeneinander öffnen, in unterschiedlichen Sprachen anzeigen lassen.


 

Paralleltexte im Internet

AndersenStories: Andersens Märchen in 7 Sprachen
Ich habe noch nicht so viele Seiten gefunden, auf denen eine vernünftige Auswahl zu finden ist, aber die Seite AndersenStories ist eine rühmliche Ausnahme: auf AndersenStories gibt es Andersens Märchen in sieben Sprachen, nämlich auf

  • Deutsch
  • Englisch
  • Dänisch (natürlich;-))
  • Spanisch
  • Französisch
  • Niederländisch und
  • Italienisch

Die Unterseiten sind durch Werbung und unübersichtliche Navigationsleisten nicht gerade einladend, aber es lohnt sich weiterzuklicken.

Die Texte sind komplett vorhanden und es gibt für jedes Märchen die Möglichkeit, einen Paralleltext in einer Sprache nach Wahl anzeigen zu lassen.

Zusätzlich gibt es in den meisten Sprachen sogar noch Audiodateien, alles in allem also ein Lehrwerk in sieben Sprachen!

Grimmstories – Grimms Märchen in 12 Sprachen
Wem das an Sprachen noch nicht reicht, dem empfiehlt ManuEla, eine Leserin meines Blogs, eine ähnlich gemachte Website, in denen man alle Märchen der Gebrüder Grimm findet und zwar in folgenden Sprachen:

  • Dänisch
  • Deutsch
  • Englisch
  • Spanisch
  • Französisch
  • Italienisch
  • Niederländisch
  • Polnisch
  • Portugiesisch
  • Russisch
  • Vietnamesisch und
  • Chinesisch (leider nur in Kurzzeichen)

ebenfalls mit der Möglichkeit, die Sprachen in Spalten nebeneinander darzustellen und sie damit wie einen Paralleltext zu benutzen.

Tausend Dank, liebe ManuEla, für diesen genialen Tipp!


 

zweisprachige Lektüre in Buchform (Auswahl)
dtv zweisprachig – zweisprachige Lektüre/Paralleltexte
Achtung: die Übersicht steht erst weiter unten auf der Seite, bitte runterscrollen
– mein Favorit: tolle Internetseite, übersichtlich, schön anzuschauen, gute Suchfunktion, danke!
– die Übersicht ist geordnet nach Lern-Niveaus und Fremdsprachen
– bietet auch Bücher in „exotischeren“ Sprachen, wie Chinesisch, Griechisch, Italienisch, Lateinisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Türkisch

Penguin – zweisprachige Paralleltexte
alte Reihe, daher nur noch begrenztes Angebot

Penguin – zweisprachige Kurzgeschichten als Paralleltexte

Penguin – zweisprachige Kinderbücher & Märchen

Weitere Verlagsangebote folgen, leider sind nicht alle Internetseiten deutscher Verlage so übersichtlich wie die der DTV Verlagsgesellschaft, deshalb brauche ich noch etwas Zeit zum Sichten und Probelesen – das soll keine Schleichwerbung sein.

Viel Freude beim Lesen in Eure/Ihrer Zielsprache!
Ich freue mich immer über Tipps, Rezensionen und Reaktionen 🙂

Intervall-Lernen (von Sprache, Musik …)

in ihrem Blog Birkenbihl-denkt beschreibt Frau Birkenbihl für den 2. Lernschritt (HÖREN/AKTIV) ihrer Sprachlern-Methode das Intervall-Lernen.

Übrigens gilt bei HÖREN/AKTIV das Gegenteil vom nächsten Schritt (wo wir passiv hören werden): Viele kurze “Sitzungen” von wenigen Minuten (ein bis drei Durchgänge) bringen weit mehr als eine Mammut-Sitzung von einer Stunde! Das nenne ich INTERVALL-LERNEN. Es nutzt einen neurologischen Zusammenhang: Immer wenn wir uns mit etwas befassen, arbeitet das Gehirn noch ein wenig nach (diese “Überstunden” sind eigentlich “Überminuten”). Wenn wir also 5-mal je einige Minuten arbeiten, bekommen wir 5 mal kostenlose “Überstunden”, also sparen wir Real-Zeit. Allerdings müssen wir zwischen den einzelnen Übungsabschnitten Zeit verstreichen lassen.

Das hat mir die Augen geöffnet, denn ich experimentiere seit einiger Zeit damit, in Intervall-Einheiten (ich nenne das „Modulares Arbeiten“) Töne für mein Ensemble zu lernen.
Dadurch höre ich in den Lernpausen eine Art Ohrwurm des zuletzt gehörten Abschnitts, der mir offensichtlich hilft, Musikstücke viel schneller zu lernen, als ich das früher getan habe.

Zum Ausprobieren hier mein aktuelles Test-Schema zum Intervall-Lernen beim Sprachenlernen

  • Sprache X HÖREN/AKTIV  3 Durchgänge
  • 10 -30 Minuten etwas anderes machen
  • Sprache X HÖREN/AKTIV 3 Durchgänge
  • 10 -30 Minuten etwas anderes machen
  • Sprache X HÖREN/AKTIV 3 Durchgänge
  • 10 -30 Minuten etwas anderes machen
  • Sprache X HÖREN/AKTIV 3 Durchgänge
  • 10 -30 Minuten etwas anderes machen
  • Sprache X HÖREN/AKTIV 3 Durchgänge

Wer sich fürs Lernen von Musikstücken interessiert, findet meinen Kommentar zu Frau Birkenbihls Artikel vielleicht hilfreich:

(hier ist eine Kopie meines Kommentares mit Anmerkungen von V. F. Birkenbihl von der Seite birkenbihl-denkt.com, da der Artikel und die Kommentare leider nicht mehr online zu sein scheinen):

Ich nutze das INTERVALL-LERNEN, um viele Musikstücke in kürzester Zeit zu lernen. Anfangs habe ich mich an der Regel, zweimal am Tag mit 6 Stunden Pause dazwischen, orientiert, aber inzwischen habe ich herausgefunden, dass bei mir folgender Ablauf am besten funktioniert:

evtl. vorbereiten:
Stück 1 in sinnvolle Einheiten unterteilen (oder mit A-B-Funktion abspielen), bei mir sind es meistens zwischen 45 sek und 3 Min, je nach Anspruch des Stückes, also genau wie beim Sprachenlernen.

dann:
A) Stück 1, Abschnitt 1, 2 – 3 x abspielen und bewusst zuhören. Bei Problemen Abschnitt noch weiter kürzen (Stichwort PAUSE-Taste)
B) 5 – 15 Min etwas anderes machen (aber keine andere Musik hören! höchstens Sprachen, wenn es einen nicht stresst)
weiter mit jedem weiteren Abschnitt, jeweils mit Pausen (B) dazwischen.

Länge und Gestaltung der Pausen hängt von meiner Konzentrationsfähigkeit ab:
Wenn ich müde bin, mache ich in den Pausen auch mal gar nichts. Dabei merke ich oft, dass ich den zuvor gelernten Abschnitt wie einen Ohrwurm innerlich nachhören kann.

Nach mindestens 6 Stunden höre ich jeweils das gesamte Stück noch einmal bewusst an, indem ich die Noten verfolge. Danach läuft es passiv, bis ich es auswendig mitsingen kann.

Zum Intervall-Lernen gibt es später weitere Infos.


Selbstmotivation – gegen den inneren Schweinehund

Wir alle kennen diesen Gedanken: „Ich sollte mal wieder, aber nicht gerade jetzt. Jetzt habe ich keine Lust/keine Zeit/…“

Gegen den vielzitierten “inneren Schweinehund” empfehle ich folgende Strategien, um sich selbst zu motivieren (intrinsische Motivation):

Automatisieren

Indem man das Lernen einfach mit einer Handlung zu verknüpft, die man sowieso täglich ausführt, wie z.B. Zähneputzen, Autofahren, Bahnfahren, irgendwo Anstehen, Warten etc.

Das hat den Vorteil, dass man nicht mehr lange darüber nachdenkt, ob man gerade Lust hat etwas zu tun oder lieber doch nicht.

Dieses Nachdenken führt sonst häufig dazu, dass man etwas nicht tut, weil es mit irgendeinem inneren Widerstand verknüpft ist, oder schlicht, weil man keine Lust dazu hat oder verlockendere Alternativen.

Indem man das Lernen mit einer täglichen Handlung verbindet, wird es stattdessen automatisiert und man muss diesen inneren Dialog nicht mehr so häufig führen sondern tut einfach, wofür man sich einmal entschieden hat.

Das Ganze funktioniert wirklich, das einzige Hindernis ist hierbei, dass man sich dazu zwingen muss, gleich heute damit anzufangen, denn sonst bleibt es ein ewiger Neujahrs-Vorsatz!

Vielleicht kann ich Sie mit persönlichen Tipps überzeugen?

Erfahrungsbericht: fahrZEIT ist Lernzeit

Jedes Mal, wenn ich den Autoschlüssel in der Zündung herumdrehe, schaltet sich mein Autoradio an und spielt ein schwedisches Hörbuch ab, ohne dass ich etwas dafür tun müsste und ohne dass ich darüber nachgedacht hätte, ob ich überhaupt Lust habe, ein Hörbuch anzuhören.

Dadurch nutze ich ungefähr 10 Stunden in der Woche, um schwedische Literatur zu hören die ich sonst lesen würde (wenn ich die Zeit dazu hätte;-)) und mich gleichzeitig mit aktueller Sprache und guten Aussprache-Vorbildern zu umgeben. Vera F. Birkenbihl nannte diese Strategie „einen Kurzurlaub im Land machen“.

VerEinfachen

Wichtig ist für mich besonders, dass ich einfach mit dem Lernen anfangen kann, denn sonst (er)finde ich sehr schnell Ausreden, weil es zu umständlich wäre, erst einmal alle benötigten Dinge zusammenzusuchen.

Tipps aus meinem Alltag

– das Buch aufgeschlagen auf dem Esstisch/Schreibtisch liegenlassen
– eine Playlist auf meinem MP3-Player anlegen
– die Datei im Computer mit der Ziffer 1 vor dem Titel speichern, damit sie ganz oben im „Finder“ erscheint (oder sie am besten direkt auf dem „Schreibtisch“ speichern)
– den entsprechenden Webradiosender als Lesezeichen in meinem Webbrowser speichern
–  direkt die App des schwedischen Radios (SR.se) auf meinem Smartphone nutzen, die nur einen Fingerdruck entfernt ist, weil das Gerät ohnehin immer angeschaltet bleibt (Play für Android & Play für iOS)

Und welche Strategien haben Sie, um sich selbst zum regelmäßigen Lernen zu überlisten?

 

in memoriam Vera F. Birkenbihl

Am 3.12.2011 verstarb Frau Birkenbihl nach langer Krankheit und das ist ein riesengroßer Verlust für alle Menschen, die sich mit Lernen und Lehren befassen.

Sie erforschte die Zusammenhänge beim Lernen und kämpfte für Autodidakten und Schüler gleichermaßen, ohne sich durch die vielen Anfeindungen stören zu lassen mit denen sie konfrontiert wurde. Ihre Bücher erschienen in vielfachen Auflagen und füllen ein ganzes Regal.

Mein Blog entstand angeregt durch Frau Birkenbihls Forschung und sie hat meine Schul- und Studienzeit entscheidend beeinflusst. Ohne sie wäre ich heute nicht Sprachtrainerin, sondern würde wohl immer noch Angst davor haben, neue Sprachen zu lernen.

Statt aber noch mehr über sie zu schreiben, möchte ich Vera F. Birkenbihl selbst an dieser Stelle zu Wort kommen lassen – in ihren Videos zum Sprachenlernen nach der Birkenbihl-Methode, die sie auf Youtube veröffentlichte, damit alle Schüler sie kostenlos sehen könnten.
Die Videos richten sich zwar an eigentlich an Schüler, aber die Erklärungen gelten auch für Erwachsene;-) 

Videos von Frau Birkenbihl über ihre Sprachlern-Methode

Danke!

Übersetzungsprogramme – nur zum Lachen?

Dass man mit einem Übersetzungsprogramm niemals eine richtig schöne Übersetzung „hinbekommt“, ist für mich keine Frage.

Dazu hier ein wunderbares Beispiel aus der Bedienungsanleitung meiner Soundkarte

2. Wenn die System entdeckt die tüchtig Karte, bitte erlesen abbrechen zu unterbinden die Entdeckung Vorgang.

3. Beifügung die Autofahrer KOMPAKTE SCHEIBE hinein KOMPAKTE SCHEIBE -ROM und die Auto – verkehren Einbau wählen boxen Wille anmuten. (oder auch blättern die KOMPAKTE SCHEIBE -ROM Inhalte und doppel einrasten fort autorun.exe)

Der Rest dieser Bedienungsanleitung ist in vollkommen normalem technischem Deutsch verfasst und ich vermute, dass hierfür die Dienste eines Übersetzers aus Fleisch und Blut in Anspruch genommen wurden, während diese Seite vergessen wurde.

Zum De-Kodieren können solche Übersetzungsprogramm sehr hilfreich sein, aber ansonsten empfehle ich Menschen statt Maschinen;-)

5 Gründe, Sprachen zu lernen

  1. Ihr Freizeit-Engagement bleibt in Ihrem Unternehmen nicht unbemerkt und zeigt die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen deutlicher, als manche betriebsinterne Fortbildung, an der Sie teilnehmen müssen
  2. Ihr Arbeitgeber profitiert von ihren Sprachkenntnisse, denn wer beispielsweise mit Franzosen auf Englisch verhandelt, bleibt auf der geschäftlichen Ebene. Wer jedoch auf Französisch mit ihnen plaudern kann, der verdient Respekt und wird als Partner wahrgenommen. Mit solch einem Geschäftspartner schließt man lieber Verträge ab.
  3. Für Sie wird es leichter ist, eine neue Stelle zu finden, falls Sie wechseln wollen oder müssen. Sie müssen sich bei der Suche nicht länger auf Deutschland beschränken, sondern können innerhalb der ganzen EU suchen. Dafür ist nicht wichtig, wie gut man die entsprechende Sprache spricht, sondern es zählt, ob man überhaupt dazu bereit ist, sich eine (weitere) fremde Sprache anzueignen.
  4. Sie stärken ihr Selbstvertrauen, denn wer freiwillig Sprachen lernt gilt als fleißig und wird von seinen Mitmenschen bewundert und als besonders intelligent wahrgenommen.
  5. Sie lernen, wie man Sprachen lernt. Das Lernen wird mit jeder weiteren Sprache einfacher und es geht immer schneller, wenn man erstmal die passenden Strategien entwickelt hat. Dadurch werden Sie zum Sprachgenie!

Werden Sie mehrsprachig. Werden Sie ein echter Europäer!


Die Birkenbihl-Methode: der magische dritte Schritt

3. Hören-Passiv: Klänge im Unterbewusstsein verankern

Man nehmeKopfhörer

  • eine ganze Lektion (bei einer einfachen Sprache oder guten Vorkenntnissen)
  • oder einen Abschnitt einer Lektion (bei einer sehr fremden Sprache oder als Anfänger)

lasse diese/n im Hintergrund  mit endlosen Wiederholungen laufen und versuche, wirklich nicht zuzuhören!

Wann ist es genug? wenn ich den Text problemlos laut aussprechen kann, ohne über die besondere Laute zu stolpern.

warum es funktioniert? weil Methode Lernprozess nachts imitiert werden:

der Hippocampus „spielt“ dem Neocortex nachts immer wieder dieselben Lerninhalte (die er als letztes gelernt hat) „vor“, damit dieser dann neue Nervenbahnen anlegen kann.

die von mir entwickelte technik des PASSIVEN HÖRENS ist ja eine direkte PARALLELE zu dem neuro-mechanismus der nächtlichen überspielung aus dem hippocampus in den kortex. (Vera F. Birkenbihl, Wandzeitung „Backup des Hippocampus 12.1.07“

übrigens erklärte [Prof. Dr. Dr. Manfred] Spitzer das in […] „geist im netz“. das stichwort wäre HIPPOCAMPUS ZU CORTEX. was wir nachts im tiefschlaf machen, können wir mit PASSIV hören auch, nur daß wir hier nicht sagen HIPPOCAMPUS ZU CORTEX sondern CD ZU CORTEX. das wichtige ist, daß es AN UNSERER BEWUSSTEN AUFMERKSAMKEIT VORBEILÄUFT – ob im schlaf oder weil wir bewußt etwas anderes tun (Vera F. Birkenbihl, Wandzeitung „Aufmerksamkeit und Parallellernen 22.12.04“)

was daran magisch ist:

  • mit einem MP3-Player fast überall möglich
  • kostet keine extra Zeit
  • funktioniert auch mit anderen Inhalten als Lernmethode, z. B. beim Auswendiglernen
  • genügt, um eine bereits gelernte Sprache aktiv zu halten (hier ruhig längere Texte passiv hören)
  • man darf – ja soll sogar! – etwas anderes nebenher machen
  • hilft sogar gegen einen antrainierten Akzent

wenn es nicht klappt: Lösungsansätze aus meiner Unterrichtspraxis

  • wirklich nicht zuhören!!! etwas Spannendes/Ablenkendes als Hauptsache machen:  Musik hören/machen, Fernsehen, Kinofilm angucken, Hörspiel hören, sich unterhalten, telefonieren, Lesen, Autofahren (mit Vorsicht zu genießen, man hört leicht doch zu und fährt dann zu schnell…)
  • am Anfang braucht man länger, weil man erst mal lernen muss, wie die Methode funktioniert (sollte sich nach 14 Tagen spätestens entspannt anfühlen)
  • kleinere Abschnitte je fremder die Sprache für mich ist, dann geht es leichter passiv zu hören

Die Birkenbihl-Methode: nur durch Hören

Vielleicht sind Sie ein Mensch, der lieber hört als liest, oder der viel mit dem Auto unterwegs ist, so wie ich, oder der eine Leseschwäche hat oder nicht richtig lesen kann?

Mir ist an mir aufgefallen, dass ich den ersten Schritt viel lieber rein auditiv mache, nämlich indem ich der gesprochenen De-Kodierung mal aufmerksam und mal nebenbei zuhöre. Das geht wunderbar im Auto oder in der Bahn und ist daher nebenbei und ohne Zeitaufwand möglich.

Bei den älteren Birkenbihl-Kursen gab es zu diesem Zweck immer Kassetten, auf denen die Originalsprecher die de-kodierte Version mit dem typischen Akzent aufgesprochen hatten.

Inzwischen gibt es vier auditive Birkenbihl-Kurse (Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch). Sie wurden ursprünglich für Blinde produziert und sind daher zusätzlich zum normalen MP3-Format auch als DAISY-CD (was das ist?) zu benutzen. Die nötige Software dazu gibt es hier.

Wenn man mit eigenen Materialien oder anderen Sprachen arbeitet, kann man sich die De-Kodierung auch von einem Helfer mit möglichst viel Akzent auf den MP3-Player sprechen lassen, wenn dieser Helfer meine Zielsprache als Muttersprache hat und einen starken Akzent im Deutschen besitzt. Sonst empfehle ich eher die normale Vorgehensweise.

Man arbeitet nun auf folgende Weise mit der Aufnahme (eine ausführlichere Anleitung gibt es hier):

1.Schritt:

die Pseudo-Deutsche (also die de-kodierte) Fassung anhören und sich die Handung bildlich vorstellen. Achtung, es darf über die komischen Formulierungen gelacht werden;-), denn dadurch prägt man sich die anders aufgebauten Sätze in der neuen Sprache besser ein.

2. Schritt: Hören/Aktiv

um die in Schritt 1 gemachten Bilder mit den fremdsprachlichen Wörter zu verknüpfen, nun die Originalfassung in der Zielsprache anhören und immer wieder zwischen der Pseudo-deutschen- und der Originalfassung hin und her wechseln.

Dafür eignet sich übrigens hervorragend das Intervall-Lernen über das ich schon berichtet habe.

Woran man merkt, dass es genug ist: wenn man den fremdsprachigen Text anhört und sich dabei langweilt, oder wenn man gar nicht mehr merkt, dass man in der Zielsprache hört.

Dann geht es weiter mit dem dritten Schritt der Birkenbihl-Methode.